Intuitiv essen lernen und abnehmen – In einfachen Schritten intuitives Essen lernen

Intuitiv essen lernen und abnehmen – In einfachen Schritten intuitives Essen lernen
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Essen wann und was du willst

Ist intuitives Essen die Lösung für all die Leid geplagten Übergewichtigen, die keine Lust auf weitere Diäten haben? Wer sich oberflächlich mit dem Thema befasst, der horcht auf, wenn es heißt, „Du kannst essen, was du willst! Du musst nicht auf Kalorien achten! Es gibt keine verbotenen Lebensmittel! Hör auf deinen Körper. Der sagt dir, was gut für dich ist!

Was, wenn dein Körper sagt, „Frühstück bei McDonalds“, „Mittagessen an der Imbissbude“ und zum Abendessen „Tiefkühlpizza und ’nen Liter Cola“?

Habt ihr ein Kommunikationsproblem, du und dein Körper? Kann intuitives Essen dieses Problem lösen?

Vielleicht! Die Philosophie, hinter dem intuitiven Essen, geht davon aus, dass dein Körper dir die (objektiv) richtigen Signale gibt, wenn du richtig hinhörst. Das achtsame Hinhören auf das, was unser Körper uns sagt, haben wir seit dem Kindesalter verlernt.

Wir müssen wieder lernen intuitiv, also natürlich und achtsam, zu essen.

Was ist intuitives Essen?

Wie funktioniert intuitiv Essen? Die Methode des achtsamen Essens besagt, dass wir keine Diäten und Verbote brauchen, die uns maßregeln und einschränken. Wir sollen und dürfen essen, worauf wir Lust haben und was uns schmeckt.

Wichtig ist, dass wir dem Essen mehr Aufmerksamkeit schenken. Wir sollen den Vorgang des Essens bewusst erleben und die Signale des Körpers richtig und rechtzeitig deuten lernen.

Das beginnt, indem wir unser Essen nicht mehr nach einen festen Zeitplan einnehmen, sondern dann, wenn wir wirklich Hunger haben. Wer nur isst, weil gerade Mittag ist, oder er Mittagspause hat, führt dem Körper womöglich Nahrung zu, die er noch nicht braucht.

Wenn wir ihm überschüssige Energie zuführen, ist das für unseren Körper ein Signal, das er Reserven aufbauen kann. Er füllt die Reservespeicher in der Leber und der Muskulatur auf. Wenn du dich dann noch weiter zu gut ernährst, füllt er weitere Reservespeicher in Form von Fettablagerungen auf.

Wer nicht nach der Uhr isst, sondern nur, wenn er wirklichen Hunger verspürt, kann unerwünschte Fettreserven vermeiden.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen die intuitiv essen, seltener unter Fettleibigkeit leiden.

Achtsames Essen ist ein Pfeiler des Intuitiven Essens. Wir sollen die Nahrung bewusst zu uns nehmen. Ohne Ablenkung durch Fernsehen, Zeitung oder Arbeit, die wir nebenbei erledigen. Achtsam essen heißt, dich vollkommen auf den Vorgang des Essens zu konzentrieren. Die Nahrung wird wirklich wahrgenommen. Dem Prozess der Nahrungsaufnahme gibst du die nötige Zeit und Muße.

Bewusstes Essen hilft die Nahrung besser zu verdauen. Zum anderen gibt bewusstes und verlangsamtes Essen unserem Gehirn Zeit die Signale des Sättigungsprozesses zu empfangen.

Wenn wir schnell essen, bis nichts mehr reinpasst, haben wir die Grenze unseres Bedarfs weit überschritten. So gibst du deinem Körper nicht die Chance, dem Hirn das Signal zu senden, dass er genug hat und satt ist.

intuitives Essen
intuitives Essen

Satt zu sein, bedeutet nicht den Magen randvoll gefüllt zu haben. Wir alle kennen das, wenn wir zu viel gegessen haben. Wir bekommen Bauchschmerzen, oder es wird uns schlecht, weil es zu viel war.

Solche Situationen können wir vermeiden, wenn wir intuitives Essen lernen. Der Körper braucht 20 Minuten, bis Signale aus den Organen im Gehirn ankommen.

Nicht nur unser Magen spielt da eine Rolle. Auch aus der Bauspeicheldrüse, den Muskeln und dem Darm werden unterschiedliche Informationen gesendet. Alle zusammengenommen ergeben das komplette Bild des Sättigungszustands und der Versorgung des Körpers. Erst, wenn alle diese Informationen vorhanden sind, kann das Gehirn registrieren, das wir genug gegessen haben.

Wer in dieser Zeitspanne reinhaut wie ein Mähdrescher, der überfrisst sich im Zweifelsfall bevor das Hirn das Stopp-Signal sendet.

Intuitives Essen soll das verhindern, indem man sich dem Essen ganz zuwendet. Du genießt es bewusst. Du baust kleine Pausen ein, indem du das Besteck bei Seite legst. Du achtest auf deine Emotionen und die Reaktionen des Organismus.

Beim intuitiven Essen geht es weniger darum, bewusst abzunehmen, sondern ein gutes Körpergefühl zu bekommen. Du sollst die Zeichen, die dein Körper aussendet, wieder wahrnehmen und lernen sie richtig zu interpretieren. Wer weiß, was sein Körper ihm sagen will, der lebt gesünder. Der erkennt Erkrankungen oder Unterversorgung und reagiert schneller auf körperliche Warnsignale.

So lassen sich ernsthafte Erkrankungen durch frühzeitiges Gegensteuern vermeiden und Stress wird reduziert.

Ein weiteres Ziel einer intuitiven Lebensweise ist sich selber besser annehmen zu können. Selbstliebe und Zufriedenheit mit dem eigenen Körper, sowie Lebensfreude und persönliches Glück sind hier die Schlagworte.

Intuitiv leben und intuitiv essen hat viel mit persönlichem Körpergefühl und Wohlbefinden zu tun.

Ist intuitives Essen eine Diät?

Intuitiv zu essen ist keine Diät. Im Gegenteil, die Verfechter der Methode geben als Motto aus: „Vergesse alle Diäten und alles was du je zum Thema Abnehmen und Kalorienzählen gelernt hast“.

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Foto: pixabay – RitaE

Die Prämisse ist, dass du bei einem natürlichen, intuitiven Essverhalten, wie es kleine Kinder noch haben, keine Diät mehr brauchst. Du sollst die Hinweise des Körpers beachten und nur essen, wenn du Hunger hast. Hör auf zu essen, wenn du satt bist, dann brauchst du keine Diät.

Eine Diät bedeutet ja in der Regel immer ein gewisses Maß an Stress für den Organismus. Wir entziehen ihm Nahrungsmittel, damit er durch das Kaloriendefizit gezwungen wird die Fettreserven abzubauen.

Das Kaloriendefizit ist die Grundvoraussetzung für die Gewichtsreduktion. Gleichzeitig setzt es den Körper unter Stress. Stress ist wiederum für die Gewichtsreduktion schlecht.

Das intuitive Essen will das Gegenteil erreichen. Wir sollen glücklicher werden, weil wir weniger auf die Kalorien achten müssen. Stattdessen bemerken wir wieder bewusst das Zusammenspiel der Hormone und Endorphine. Wir erkennen wieder, was der Organismus uns mitteilt.

Alte, schlechte Essgewohnheiten sollen durch Achtsamkeit und bewusstes Wahrnehmen erkannt und bewusst gesteuert werden. So sollen natürliche Mechanismen neu erlernt werden, die wir verlernt haben.

Kann ich mit intuitiven Essen abnehmen?

Jetzt stellst du dir wohl die Frage, ob du damit abnehmen kannst, wenn es sich beim intuitiven Essen nicht um eine Diät handelt? Lohnt es sich überhaupt für dich intuitiv essen zu lernen?

Eine Studie des amerikanischen Militärs aus dem Jahr 2016 führte zu dem Ergebnis, das Menschen, die die Sättigungssignale des Körpers bewusst wahrnehmen und sich intuitiv ernähren, weniger zu Übergewicht neigen.

Sicherlich kann intuitives Essen das Abnehmen gut unterstützen. Und vor allem wirst du nicht zunehmen, wenn du dich an die Regeln des intuitiven Essens hältst. Für fettleibige Menschen ist es aber als alleinige Maßnahme nicht unbedingt geeignet, um deutlich abzunehmen.

Sicherlich kann intuitives Essen das Abnehmen gut unterstützen. Als alleinige Maßnahme ist es aber nicht geeignet deutlich abzunehmen.

Der Mensch ist zu sehr Gewohnheitstier und liebt es einfach und unkompliziert. Für eine Gewichtsreduktion brauchst du ein dauerhaftes, langfristiges Kaloriendefizit, was allein durch achtsames Essen nicht gewährleistet wird.

Der Körper bemerkt, wann er satt ist, nicht, wenn er sein optimales Kaloriendefizit erreicht hat.

Intuitives Essen ist ein guter Ansatz für eine gesunde Ernährung und eine sinnvolle Maßnahme für jeden, der Gewicht reduzieren will. Aber für ein kontinuierliches gesundes Kaloriendefizit ist eine Kontrolle unerlässlich.

Sicher kann man auch nur durch intuitives Essen abnehmen. Man kann ja intuitiv auch immer aufhören zu essen, bevor ein Sättigungsgefühl auftritt.

Aber aus Sicht des strategischen Abnehmens ist es sehr sinnvoll, das genauer im Auge zu behalten für die Zeit der Gewichtsreduktion.

Wenn du dein Wunschgewicht erreicht hast, hilft intuitives Essen aber auf jeden Fall gut dem Jojo-Effekt vorzubeugen und nicht wieder zuzunehmen.

Wie kann ich intuitives Essen lernen?

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Foto: pixabay – congerdesign

Intuitives Essen ist leicht zu erlernen. Du hast es bereits gekonnt als Baby. Im Laufe der Zeit hast du dich an einen von außen vorgegebenen Rhythmus gewöhnt. Du hast dir bestimmte Eigenarten zugelegt, durch die du das intuitive Essen verlernt hast.

Hast du mal ein Baby beobachtet wie es an der Brust der Mutter trinkt? Wenn es hungrig ist, fängt es an zu schreien und zu weinen. Das ist die einzige Möglichkeit, wie es sich bemerkbar machen kann und sich ausdrücken kann.

Sobald es an der Brust der Mutter angelegt wird, fängt es an zu saugen. In diesem Moment gibt es nichts Wichtigeres. Die Augen sind geschlossen und das kleine Wesen ist voll bei der Sache und saugt und trinkt. Und wehe, das funktioniert nicht so wie erwartet. Dann ist gleich wieder Geschrei.  

Wenn es großen Hunger hat, trinkt das Baby am Anfang gierig. Mit der Zeit beruhigt es sich und der Trink-Rhythmus normalisiert sich. Es merkt, dass genug Vorrat da ist und entspannt sich. Es macht schon mal kurze Pausen und trinkt eventuell noch ein wenig weiter.

Doch wenn das Kind satt ist, wird die Brust uninteressant. Die Augen sind geöffnet. Andere Dinge werden um das Kind herum interessanter. Es lässt sich ablenken und verweigert zu trinken.

Bei Kleinkindern, die gefüttert werden, kann man das auch beobachten. Sie essen meist langsam und hören auf, wenn sie keinen Hunger mehr haben. Sie verweigern dann das Essen und stellen sich stur – nicht nur bei Essen, das ihnen nicht schmeckt!

Die kleinen Kinder sind noch nicht getrimmt nach der Uhr zu essen/trinken. Sie melden sich, wenn sie Hunger haben. Sie trinken und essen selten mit Hast. Sie hören auf, wenn die Sättigungssignale im Hirn sagen, dass es genug ist.

Das ist es, was du lernen musst. Essen mit Bedacht. Essen mit Geduld und Genuss. Essen mit Achtsamkeit auf deinen Körper.

Du musst dir angewöhnen in deinem ganzen Leben wieder achtsamer zu sein. Es ist unmöglich alles andere unachtsam anzugehen und nur beim Essen die Achtsamkeit anzuschalten und danach wieder aus. Es wäre ehrlich gesagt dumm und schade, wenn du dir nur fürs Essen Achtsamkeit antrainierst. Nutze sie auch sonst, um deinen Alltag inhaltsreicher und sinnerfüllt zu gestalten. Wer achtsamer durchs Leben geht, hat definitiv mehr davon!

In 10 einfachen Schritten zu einem achtsamen, intuitiven Essverhalten

Wir haben dir eine Liste mit einfachen Tipps zusammengestellt, wie du dein Essverhalten auf intuitives Essen umstellen kannst.




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Ich wünsche dir einen guten Tag!

Dein Axel

Axel Speitmann

Autor bei Ingvergo, passionierter Hobbykoch und Kaffeejunkie. Meine Themen hier sind gesunde Ernährung und "Strategisch Abnehmen". Mit Hilfe meines eigenen Abnehm-Programms habe ich 20 Kilo abgenommen. Als Coach helfe ich heute Kunden erfolgreich abzunehmen und gesünder zu leben.

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